Aussehen und Charakter der Irischen Tinkerpferde

 

Für die Traveller war der gutmütige Charakter ihrer Pferde lebenswichtig. Ihre Pferde mussten absolut kinder-, hunde- und verkehrssicher sein. Ihnen wurde als Familienmitglied das gesamte Hab und Gut nebst kompletter Familie jeden Tag anvertraut.

Diese Charaktereigenschaften hat sich der Tinker bis heute behalten. Er kann allerdings auch sehr stur sein. Die Tinker sind auch überaus intelligent. Fremden Menschen gegenüber ist er meist misstrauisch bis scheu. Diese Zurückhaltung gegenüber Fremden war bei den Travellern durchaus gewünscht. Zu viele Pferde wurden damals gestohlen.

Die Scheckung der Tinker ist eins der wichtigsten Erkennungsmerkmale. Idealer Weise sollte das Verhältnis bei einem Tinker 50:50 sein. Es gibt verschiedene Grundstrukturen der Scheckung. Es gibt eine Overo-Scheckung und die Tobiano-Scheckung. Die Overo-Schecken weisen in ihrer Zeichnung unruhige, zerfranste Konturen auf, wobei das Weiß von der Seite ausgeht und die Rückenlinie nicht kreuzt. Beine und Kopf sind meist weiß. Die Augen sind oft blau. Der Tobiano-Schecke hat ruhige Konturen. Das Weiß geht vom Bauch aus und kreuzt die Rückenlinie. Der Kopf trägt Abzeichen, wie sie auch bei einfarbigen Pferden vorkommen. Es könnten ebenfalls Mischungen aus Overo und Tobianoscheckungen auftreten, sowie Porzellanschecken, die allerdings in der Scheckzucht nicht so erwünscht sind. Genauso unerwünscht sind Tigerscheckungen. Es gibt auch einfarbige Tinker in schwarz, weiß oder isabellfarben. Diese Einfarbigkeit ist auch nicht erwünscht.

Gelegentlich weisen Schecken innerhalb ihrer Abzeichen, aber vorwiegend an den Flanken, noch Punkte auf. Sie werden Tintenflecken - ink spots- genannt. Es sollten allerdings nicht zu viele sein, damit aus einem Plattenschecken kein Tigerschecke wird.

Die Beschreibung des Exterieurs ist etwas schwieriger, da es in den Herkunftsländern der Tinker keine geregelte Zuchtbuchführung gibt. In den verschiedenen Organisationen, in denen Tinker aufgenommen werden, werden sie auch unterschiedlich beschrieben.

Das wird schon in der Größendefinition deutlich. Einmal wird ein Stockmaß von 140 - 155 cm, dann wieder von 135 - 170 cm vorgeschrieben. Also sollte man wohl von einer ca. Größe von 150 cm ausgehen. Selbst bei der Bezeichnung der Tinker gehen die Meinungen auseinander. Manche sagen, es gibt nur zwei Typen, den schweren Wagen/Kutschtyp - cop genannt - und den anderen leichteren Reittyp- vanner genannt. Andere meinen, das es bei den Wagenpferden den schweren Cob-Typ und den durch Trabereinkreuzung mit viel Trabaktion ausgestatteten Vanner-Typ gibt. Dann gibt es noch den Pony-Typ und den leichteren Hunter-Typ, der in England gern für Fuchsjagden eingesetzt wird. Heute allerdings ist man in England bestrebt, den allzu leichten Typ nicht mehr zu züchten. Es gibt eine Bestimmung, dass als Tinker bzw. Als coloures cob of Gipsys Type, wie er in England heißt, nur Pferde anerkannt werden, die in der letzten Generation kein Arber- oder Vollblutblut führen.

In Deutschland wurden diese verschiedenen Typen noch nicht anerkannt, da die Tinker hier meist noch als Kaltblut geführt werden.

Ein Merkmal ist wohl unumstritten. Der dichte Fesselbehang (auch Kötenbehang) der wie bei den Shire Horses „Feathers" = Federn genannt wird. Der Kopf sollte ein Ramskopf sein (die Bezeichnung: Klassischer Kopf wird heute bevorzugt) mit behaarten Ohren und einem sog. „Ziegenbart" um die Kinngrube und langen Barthaaren an der Oberlippe. Eine Menge Behang ist sowieso wichtig bei den Tinkern.

Die Traveller beschrieben einen guten Tinker wie folgt: „Ein guter Cob sollte einen Kopf haben wie ein Welsh Cob, die Aktion wie ein