GESUNDHEITSTIPPS

 

 

- Besonders wohl fühlt sich ein Pferd unter Artgenossen, an der frischen Luft in einem

Offenstall, wo es sich entsprechend seiner Natur viel bewegen und natürlich auch mal

ausgelassen toben kann.

- Es ist wichtig, dass man die Normaltemperatur seines Pferdes kennt, damit man weiß,

wann es Fieber hat. Ein ausgewachsenes Pferd in Ruhe hat zwischen 37,5 und 38,0 Grad

Körpertemperatur. Gemessen wird im After, vorher das Thermometer anfeuchten und beim

Messen gut festhalten.

BESONDERE PROBLEME

 

-Wenn das Pferd Kraftfutter verweigert, aber Heu und Stroh bevorzugt, könnte es Zahnprobleme haben.

-     Wenn ein Pferd im Auslauf Sand oder Erde frisst, kann ein Mangel an bestimmten

Nährstoffen der Grund sein; besser den Tierarzt fragen, denn auf Dauer kann das

Sand-Fressen eine Darmentzündung hervorrufen.

-     trockene Hufe : entweder täglich waschen und jeden Huf für kurze Zeit in einen

Wassereimer stellen oder- wenn dies nicht möglich ist, mit Huffett einfetten, weil

so die Feuchtigkeit im Huf festgehalten wird

-     strapazierte Haut- besonders im Sattelbereich : Einreibung mit verdünntem Apfel-

essig. Scheuerstellen verschwinden bald wieder.

 

 

PFLEGETIPPS

 

-Fellpflege

- 500g Hirseflocken + ein Schuß Leinöl ins Futter sorgen für glänzendes,gesundes

Fell

-  Apfelessig – siehe gesunde Ernährung !

 

 

- Pflege der Mähne und Behänge

- Mähne wenig kämmen, sonst reißt man zuviel Haare heraus; Waschen und dann

verlesen ist besser.

- Der Fesselbehang der Tinker (und auch Kaltblüter ) schützt die Fesselbeuge vor

Entzündungen und Verletzungen, deshalb Behänge nie scheren, sonst geht die

Schutzfunktion verloren !

- Behänge an den Beinen ab und zu kontrollieren, mit Wurzelbürste kräftig bürsten.

von Zeit zu Zeit mit mildem Shampoo waschen, gut ausspülen;

danach kann man Babyöl einkneten- die Behänge lassen sich besser auskämmen und

außerdem kann man Schmutzteilchen u.evtl. Kletten leichter entfernen

- wenn die Beinbehänge jucken, können Haarlinge, Parasiten oder auch Mauke * die

Ursache sein. Für die Parasiten gibt’s beim Tierarzt eine spezielle Waschlösung-

Jakutin- aber Vorsicht! Gift! Gut ausspülen!

- den Schweif sollte man nicht bürsten, sondern „verlesen“, d.h. vorsichtig entwirren.

Mit der Bürste reißt man sonst leicht Haare heraus, die dann jahrelang nicht nachwachsen.

Der Schweif sollte etwa so lang sein, dass er 10cm unterhalb des Sprunggelenkes endet.

- die Haare in den Pferdeohren dürfen auf keinen Fall herausgeschnitten werden, sie

schützen vor Verunreinigungen und Insekten

 

 

 

 

AUF DER SOMMERWEIDE

 

1. Wenn die Koppelzeit beginnt, die Tiere anfangs nur 1-2 Stunden auf die Weide lassen,

damit sie sich an das frische Gras gewöhnen können, sonst besteht Kolikgefahr.

 

2. Vorsicht- Giftpflanzen ! Besonders giftig sind Herbstzeitlose, Bilsenkraut, Fingerhut,

Wacholder, Schöllkraut, Adonisröschen, Akazie, Eibe.

 

3. achten auf korrekt funktionierende Umzäunung, sonst sind eventuelle Katastrophen

vorprogrammiert !

 

4. Heikel sind auch gefährliche Gegenstände auf der Koppel wie Stahl- oder Stacheldraht-

reste, leere Plastiktüten, Glas- oder Plastikflaschen usw.

 

5. mindestens ein mal in der Woche den Pferdemist auf der Weide entfernen, um die

Verbreitung der Eingeweidewürmer zu minimieren

 

6. täglich frisches Wasser ist sehr wichtig !

 

7. Sanfte Mittel gegen Plagegeister ( Mücken, Fliegen, Bremsen u.a. ) auf der Weide :

> Lavendelöl in verdünnter Form auf das Fell sprühen oder Stiche direkt damit

behandeln

> das Fell kräftig mit Schafgarbe einreiben

> eine Zwiebel aufschneiden und mit der Hälfte das Fell einreiben bzw. den Saft auf

den Stich träufeln

> Pferd mit verdünntem Teebaum- oder Eukalyptusöl einreiben

> in einen Eimer Wasser einige Spritzer Obstessig geben und das Pferd damit abwaschen

> falls das Pferd Knoblauch frisst, mehrmals in der Woche davon etwas geben, ansonsten

kann auch Knoblauchpulver ( erhältl. im Pferdebedarf ) unters Futter gemischt werden

> gute Erfolge hat man auch mit einer Fliegenfalle, ebenfalls im Pferdebedarf erhältlich,

die in der Nähe der Tränke (so dass die Pferde nicht rankommen) aufgehangen wird und

durch die enthaltenen Lockstoffe Plagegeister magisch anzieht und ihnen den Garaus

macht

 

WIE SCHWER IST EIN PFERD ?

 

Für die Futterrationsberechnung oder die Gabe von Medikamenten u. Wurmkuren muß das Gewicht des Pferdes bekannt sein. Aber wer hat schon die Möglichkeit, sein Pferd zu wiegen?

Hierzu gibt es eine Rechenformel, die das Gewicht relativ genau ermitteln lässt:

 

Pferdegewicht =       Brustumfang in cm

x Brustumfang in cm

x Körperlänge in cm

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11900

Hat das Pferd ein normales Gewicht, kann man die Rippen nicht sehen, nur erfühlen.

Sieht man hingegen die Rippen, ist das Pferd zu mager. Dasselbe gilt übrigens auch für uns

Menschen!

CHECKLISTE FÜR DAS GESUNDE PFERD

 

1. Merkmale

 

- Fell               - glatt, glänzend, anliegend

- Augen           - Klar, aufmerksam

- Ohrenspiel    - lebhaft, aufmerksam

- Atem             - 8-14 Atemzüge/ min

- Puls               - 28-40 Schläge/ min

- Bindehäute    - rosarot

- Temperatur    - bis 5 Jahre 37,5- 38,4 Grad C, älter 37,5 – 38,0 Grad C

- Kot                 - 5- 12x pro Tag, Großpferd 15- 25 kg täglich; geformte Ballen

- Urin                - 5- 8x pro Tag, Großpferd 3- 10l täglich;  gelblich, trüb

- Hautzucken    - bei Berührung

 

 

2. Verhalten

 

- ist aufmerksam

- reagiert auf Umweltreize

- zeigt Neugierde

- frisst langsam und kaut sorgfältig, in etwa 40 min 1 kg Heu, Kraftfutter wird über Nacht

vollständig gefressen

- trinkt 30- 60 l Wasser pro Tag

- legt sich in der Ruhephase

 

Unsere ständig benötigten Heil- und Hilfsmittel im Stall und auf der Koppel

 

- Pantederm- Salbe( u.a. zur Heilung und Linderung von kleinen Wunden), Apfelessig gegen lästige Insekten, Melkfett, Ringelblumensalbe, Pantenolspray ( gegen Sonnenbrand- besonders auf den weißen Nasen unserer Tinker),Huffett,

 

Speiseplan für unsere Pferde

Sommerhalbjahr

- Koppelzeit – Zusatzfutter erhalten trächtige oder säugende Stuten, Fohlen, bzw. eine

Stute, die lange Zeit krank und sehr viel an Gewicht verloren hatte.

 

Die Menge ist abhängig vom Körper- und Gesundheitszustand jedes Pferdes.

- Mineralbricks erhalten alle – außer Fohlen

- Manchmal gibt’s auch Leckerli wie Äpfel, trockenes Brot, Möhren o.ä.

 

GESUNDE ERNÄHRUNG

 

 

- besonders für Tinker ausreichend Rauhfutter + zusätzlich Mineralfutter

- wenig Kraftfutter, weil viel Eiweiß enthalten ist und dadurch Mauke- Gefahr besteht

- Pferde mögen gerne Äpfel und Karotten, aber auch Bananen lieben sie.

Bananen enthalten Magnesium, was bei nervösen, hitzigen Pferden beruhigend wirkt

( aber bitte ohne Schale ! )

- Getrocknete Disteln sind nicht nur ein willkommener Happen, sie fördern auch die

Milchbildung bei säugenden Stuten.

- Bei Pferdehusten und Stauballergien helfen Inhalationen  mit Eukalyptusöl.

- Hagebutten werden Pferden wegen ihres Biotingehaltes gefüttert, was für ein gutes

Hufwachstum sorgt. Sie enthalten aber auch die wertvollen Vitamine C, E, und K und sind

zudem noch blutreinigend.

- Honig ist schmackhaft und gesund. Täglich ein Esslöffel übers Kraftfutter stärkt die

Abwehrkräfte und gibt Energie.

- Viele Pferde mögen Knoblauch, manchen muß man ihn „unterjubeln“.Der Knobi ist

vielfach wirksam, er wirkt antibiotisch, schleimlösend, antiallergisch und beugt

Parasitenbefall vor.

- Leinsamen hat eine entzündungshemmende Wirkung und wirkt positiv auf Haut und Fell.

Aber Vorsicht! Leinsamen enthält auch giftige Blausäure und muß deshalb mindestens

2 Stunden abgekocht werden. Es gibt auch gebrauchsfertige Leinsamenprodukte.

- Minze dient als Art Appetitanreger für schwerfuttrige Pferde, wird aber auch wegen

seiner entspannenden Wirkung auf den Verdauungstrakt geschätzt.

- Johanniskraut findet hauptsächlich als Salbe Verwendung und fördert die Wund-

heilung.

- Sonnenblumenöl übers Futter ist gut für die Verdauung und besonders geeignet, dass die

Pferde schneller und besser durch den Fellwechsel kommen.

- Apfelessig (1-2 Eßl.) übers Futter stärkt im Winterhalbjahr die Abwehrkräfte

MAUKE: ist ein nässendes Ekzem in der Fesselbeuge und kann entstehen durch Schweiß,

Schmutz, anhaltende Feuchtigkeit, Hautparasiten und Stoffwechselstörungen.

Bei Tinkern wird diese Erkrankung begünstigt durch zu viel Eiweiß in der

Nahrung und den sehr dichten und langen Fesselbehang.

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und sollte mit dem Tierarzt

Abgesprochen werden. In leichten Fällen kann schon ein Trockenhalten

Der betroffenen Stellen und regelmäßiges Salben mit Penatencreme helfen.

Es gibt aber auch spezielle Mauke- Salbe.