Geschichte der Irischen Tinker

Tinker sind keine deutschen Pferde. Sie kommen aus Irland und England. Dort gab es vor 570 Jahren allerdings noch keine gescheckten Pferde. Die Vorfahren der Zigeuner, denen man eine Vorliebe für alles Bunte nachsagt, brachten über die Jahre hinweg 800 bis 1000 bunte Pferde auf ihrer Wanderung von Persien in die westliche Welt. Die Zigeuner lebten in ihren Planwagen auf der Landstraße, der nicht nur als Fortbewegungs- oder Arbeitsmittel, sonder als das ihrem Wesen entsprechendem Zuhause galt. Eine solche Karawane von Wagen wurde „Vardo" genannt.

Neben den Zigeunern gehörten in England aber auch verarmte Bauern zu dem fahrenden Volk. Sie waren eigentlich sesshaft, aber auf Grund von Geldmangel oder Vertreibung von ihrem Grund und Boden ebenfalls zu Bewohnern der Landstraße geworden. Weitere Gründe der Obdachlosigkeit waren die in verschieden Zeiten sozialen und wirtschaftlichen Umwälzungen, wie die Cromwell`s „Campaign of Slaughtern" (Kampagne der Schlachter), dem „Battle of the Boyne" ( 1690) und dem „Battle of Aughrim" (1691). Ein großer Teil der Zigeuner sind auch Nachkommen von Leuten die ihre Heimat in der Irischen Hungersnot im 19. Jahrhundert verloren haben.

Das Fahrende Volk in Irland nahm eine Außenseiterrolle ein, besaß sogar eine eigene isolierte Sprache, die Schelta genannt wurde. Sie wurden in Irland und England Traveller oder Tinker genannt. Wobei das Wort Tinker meist einen verächtlichen Beigeschmack hat. Es steht im Bezug zu ihrem Beruf als Kesselflicker, Büchsenschmied und Metallarbeiter, und wird zusammengesetzt aus dem Irischen Wort „ceard" (smith) oder „Tinceard" (tinsmith). Es soll ebenfalls die hellen, klingende Geräusche des Hammers beim Reparieren der metallenen Töpfe und Pfannen nachahmen, den die Kesselflicker verursachen. Unter den Zigeunern gab es ebenso Gaukler, Akrobaten, Schaustellen und Scherenschleifer, sie verdienten also hauptsächlich ihr Geld damit, allerlei Serviceleistungen für die Farmer und Städter zu erbringen.

Natürlich konnten sie mit diesen Arbeiten keine Reichtümer verdienen, so war das Geld immer knapp. Ihre Zugpferde mussten also billig sein. Aus diesem Grund bedienten sie sich oftmals der nicht so beliebten Schecken. Neben dem günstigen Einkaufspreis hatte die Scheckung noch andere Vorteile. Durch ihre auffällige Zeichnung konnte man die Pferde im Dunkeln besonders gut sehen. Somit wurden natürlich Unfälle nächtlich Reisender vermieden. Jedes Pferd besaß eine individuelle Zeichnung, somit war eine Identifizierung einfach. Das war für Pferdediebe ein Grund, diese Tiere nicht zu stehlen. Außerdem konnte man die Tiere mittels Zeichnung beschreiben, was für die Traveller sehr wichtig war, da die meisten von ihnen Analphabeten waren. So konnten sie ihren Besitz nachweisen. In Kriegszeiten machte sich der Vorteil der Schecken ebenfalls bemerkbar. Das Militär durfte nämlich sämtliche Pferde einziehen, zum Glück der Traveller nahmen sie aber keine Schecken.